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Reise ins Ungewisse: Stefan Glowacz auf neuen Wegen im Himalaya

6. April 2011 | bergleben.de

Stefan Glowacz - ©Klaus Fengler

Stefan Glowacz

Copyright: Klaus Fengler

"Nepal und das Himalaya-Gebirge haben mich in letzter Zeit mehr und mehr fasziniert", sagt der 46-jährige Stefan Glowacz. Der Kletterverrückte meisterte bereits schwierigste alpine Kletterrouten fernab der Zivilisation und war Anfang Ende der Anfang der Neunziger als einer der besten Wettkampfkletterer weltweit. Nie aber ist er in großer Höhe geklettert. Der Wunsch, das zu erfahren, ist über die Jahre hinweg in Stefan Glowacz gewachsen.

Unbezwungene Gauri Shanka Südwand: Schwierigkeit unbekannt
Das Ziel von Stefan Glowacz und seinen Begleitern David Göttler und Klaus Fengler ist der Gauri Shanka (7.134 Meter) an der Grenze zwischen China und Nepal. Konkret: dessen unbezwungene Südwand. Die rund 1.800 Meter hohe Felsmauer führt auf den Südgipfel des Gauri Shanka (7.030 Meter). Die Informationen über das Gebiet sind spärlich. "Sie reichen nicht, um einen richtigen Schlachtplan zu entwickeln", sagt der Profi-Kletterer. Nur wenige gute Fotos existieren von dieser Wand. Erkannt hat er beim Hineinzoomen nur, dass die Granitwand "extrem steil" ist. Glowacz erwartet hochalpines Gelände - Schwierigkeitsgrad unbekannt.

Außergewöhnliches Team für außergewöhnliche Expedition
Bei Expeditionen wie dieser ist das Team entscheidend. Ohne Glowacz‘ hervorragende Seilpartner "wären die vielen Erstbegehungen nicht möglich gewesen", sagt der Profibergsteiger. Nach Nepal werden ihn Klaus Fengler und David Göttler begleiten. Für Göttler ein schwerer Weg zurück in das Himalaya: Im November letzten Jahres waren Göttler und sein damaliger Kletterpartner Kazuya Hiraide (JAP) am Ama Dablam. Zwar bezwangen sie die schwere Nordwand, konnten aber aufgrund widriger Wetterumstände weder vor noch zurück. Nachdem die beiden auch die letzte heikle Möglichkeit der Eigenrettung, das Abseilen über die Aufstiegsroute, verworfen hatten, stand fest, dass ein Helikopter benötigt wird, um heil vom Berg hinunter zu kommen. Göttler wurde bei der Rettung am nächsten Tag als Erster ausgeflogen, während es bei der Rettung Hiraides zur Katastrophe kam. Der Hubschrauber mit zwei erfahrenene nepalesischen Bergrettern an Bord stürzte in der Nordwand ab - beide Retter kamen ums Leben. Hiraide blieb wie durch ein Wunder unverletzt und konnte am darauf folgenden Tag gerettet werden.

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Kraft durch Gedanken an den tödlich verunglückten Kurt Albert
Glowacz´ letzte Tour nach Venezuela, bei der er sich zusammen mit seinem Freund Holger Heuber von Kletterlegende Kurt Albert verabschiedete, liegt etwa ein halbes Jahr zurück. Die zu dritt zuvor angefangene Expedition am Roraima Tepuis führten Glowacz und Heuber ohne den in Deutschland tödlich verunglückten Albert zu Ende. Trotz des Erfolgs sicher eine der schwierigsten Touren für die beiden. Mit dem Gedanken an den verunglückten Freund wird die bevorstehende Expedition erneut eine Herausforderung.

Eine völlig neue Erfahrung
Die Reise zum Himalaya-Gebirge startet am 18. April in Kathmandu. Nach zwei Tagen werden Glowacz, Fengler und Göttler mit dem Bus nach Singate gebracht, wo der Fußmarsch beginnt. Nach einer Woche wollen die Kletterer an dem Platz auf knapp 5.000 Meter Höhe ankommen, wo sie ihr Basislager aufschlagen. Es folgt eine intensive, zwei- bis dreiwöchige Akklimatisationsphase, bevor der Erstbegehungsversuch gestartet wird. Das Team rechnet mit vier bis sieben Tagen, um die Südwand des 7.030 Meter hohen Gauri Shanka im Alpinstil zu bezwingen. Zwei weitere Tage sind für den Abstieg geplant. Am 05. Juni kehren die drei Bergsteiger nach Hause zurück - Glowacz wird dann um eine neue Erfahrung reicher sein. "Wenn diese positiv ist, wird das wohl nicht meine letzte Expedition auf einen hohen Berg gewesen sein."

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