Name: Kurt Diemberger
Geburtsdatum: 16. März 1932
Geburtsort: Villach
Familienstand: verheiratet, Kinder
Wohnort: Salzburg, Bologna
Beruf: Bergsteiger, Filmemacher, Fotograf, Autor

Kurt Diemberger wurde 1932 im österreichischen Villach geboren. Im Alter von 16 Jahren begann er mit dem Bergsteigen, um in den Hohen Tauern nach Mineralien zu suchen. An der Handelsakademie Salzburg legte er sein Abitur ab, und studierte anschließend Betriebswirtschaft an der Hochschule für Welthandel in Wien. 1955 schloss er das Studium als Diplomkaufmann ab, 1962 folgte ein weiterer Studienabschluss als Diplomhandelslehrer. Auch die Bergführerprüfung hatte Diemberger während des Studiums absolviert.

Alpinistisches Bravourstück
1956 gelingt Kurt Diemberger eine Begehung der besonderen Art: Zusammen mit Herbert Knapp und Hannes Unterweger besteigt er als Erster die "Schaumrolle", eine charakteristische Gipfeleiswechte der Königsspitze, die 2001 gänzlich abbrach. Diemberger durchkletterte dabei nur die Schaumrolle (eine Woche zuvor hatte er bereits mit Albert Morocutti die Nordwand bis zu deren Beginn durchklettert) - er war vom Gipfelgrat aus seitlich hereingequert und hatte die beiden Bergsteiger im unteren Drittel der Schaumrolle getroffen. Bis heute stellen beide Parteien die Erstdurchsteigung der Schaumrolle unterschiedlich dar.

Erster Mensch am Broad Peak (8.047 Meter)
1957 war Diemberger Teilnehmer einer kleinen österreichischen Expedition zum Broad Peak (8.047 Meter). Die starke Viererseilschaft um Hermann Buhl, Markus Schmuck, Fritz Winterseiler und Kurt Diemberger verzichtete sowohl auf Hochträger als auch auf den Einsatz von künstlichem Sauerstoff und war somit ihrer Zeit weit voraus.

Nachdem zunächst in einem ersten Gipfelversuch fälschlicherweise der Vorgipfel des Broad Peak erklommen wurde, stiegen die Bergsteiger zur Erholung ins Basislager ab. Im zweiten Anlauf glückte dann der "echte" Gipfelgang, und die vier Bergsteiger waren am 09. Juni 1957 die ersten Menschen auf dem Gipfel des Achttausenders im Karakorum. Hermann Buhl stürzt wenige Tage später an der Chogolisa, die er mit Diemberger besteigen wollte, mit einer Wechte in den Tod.

Dhaulagiri, zweite Erstbesteigung eines Achttausenders
Als Teilnehmer einer Schweizer Expedition nimmt Kurt Diemberger 1960 den 8.167 Meter hohen Dhaulagiri in Angriff. Erstmals war ein Kleinflugzeug eingesetzt worden, um die Ausrüstung sowie die Teilnehmer ins Basislager auf 5.700 Meter Höhe zu transportieren.

Am 13. Mai 1960 konnte ein sechsköpfiges Team - bestehend aus Kurt Diemberger, Peter Diener, Ernst Forrer, Albin Schlebert und den Sherpas Nawang Dorje und Nyima Dorje - den Gipfel erreichen.

Kurt Diemberger ist damit der einzige noch lebende Mensch, dem die Erstbesteigung von zwei Achttausendern gelang. Außer ihm gelang dieses Kunststück nur Hermann Buhl (1924-1957) und dem Sherpa Gyalzen Norbu.

Höchstes Filmteam der Welt
Kurt Diemberger konnte in seiner beispiellosen alpinistischen Karriere sechs verschiedene Achttausender bezwingen, zwei davon (Broad Peak und Dhaulagiri) als Erstbesteiger. Des weiteren ist Diemberger als Fotograf und Filmemacher aktiv und gründete 1983 mit der Britin Julie Tullies das "höchste Filmteam der Welt".

Das Duo filmte unter anderem am Mount Everest, am Nanga Parbat und im Karakorum, um so das Erleben der großen Berge auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Diembergers Dokumentation einer Mount Everest Expedition 1981 wurde unter anderem mit dem Emmy ausgezeichnet.

Tragödie am K2
Zusammen mit seiner Partnerin Julie Tullies erreicht Diemberger am 04. August 1986 den Gipfel des K2. Waren die Momente am Gipfel noch von Glück und Stolz geprägt, so sollte der Abstieg zu einer Tragödie werden. Tullies stürzte und riss Diemberger mit sich; wie durch ein Wunder konnten beide den Sturz noch vor einem Abbruch auf über 8.000 Metern abfangen. Nach einem Nachtbiwak erreichten sie am folgenden Tag das Lager IV, in dem sich bereits fünf Bergsteiger befanden.

Ein aufkommender Orkan zwang die sieben Bergsteiger dann, fünf Tage in Lager IV auszuharren - eine Möglichkeit zum Abstieg bestand nicht. Julie Tullies stirbt während dieser Tage an einem Hirnödem. Al Rouse, ein weiterer Bergsteiger, ist in so schlechtem gesundheitlichen Zustand, dass sich die überlebenden Bergsteiger entscheiden, ihn im Lager IV zurückzulassen und ihre eigenen Leben zu retten.

Während des Abstiegs sterben weitere zwei Bergsteiger an Erschöpfung, ein Dritter kommt bei einem Sturz ums Leben. Nur Kurt Diemberger und Willi Bauer überleben den Abstieg und erreichen stark geschwächt das Basislager.

Keine Rückkehr zu den höchsten Bergen
Auch heute ist Kurt Diemberger noch als Bergsteiger, Abenteurer, Entdecker, Schriftsteller, Kameramann, Regisseur und Vortragsredner aktiv. Er hat 19 Filme und drei Bücher veröffentlicht - an die höchsten Berge will er jedoch nicht mehr zurückkehren.

Auszug aus dem Gipfelbuch
1956: Königsspitz Nordwand, Matterhorn Nordwand
1957: Broad Peak, Erstesteigung
1958: Eiger Nordwand, Grandes Jorasses
1960: Dhaulagiri, Erstesteigung
1967: Tirich Mir
1978: Makalu
1978: Mount Everest
1979: Gasherbrum
1984: Broad Peak
1986: K2
2000: Cotopaxi

Werke
- Gipfel und Gefährten - ISBN 3-76543-756-5
- Der siebte Sinn - ISBN 3-90911-103-3
- K2 - ISBN 3-76544-173-2
- Aufbruch ins Ungewisse - ISBN 3-89029-275-5
- Seiltanz - ISBN 389029328X

Quellen
www.wikipedia.de
www.bergfieber.de
www.mountainfuture.de
www.dav-essen.de