Sogar aus den USA waren die Sportler zum "ATLAS Dachstein Xtreme", der offenen Weltmeisterschaft und Österreichischen Meisterschaft im Schneeschuhlauf, angereist. Läufer aus sechs Nationen, darunter Italien, Kanada, Schweiz, Finnland und USA waren am 01. April Start. Die österreichischen Vertreter mussten die Dominanz der Topathleten, vor allem aus dem benachbarten Italien, anerkennen.

"Ich liebe es, in den Alpen zu sein", so der Finnische Meister im 400 Meter Schneeschuh-Sprint, Ilpo Haalisto, der sich bereits bei der Premiere des "ATLAS Dachstein Xtreme" im Vorjahr begeistert vom UNESCO Weltkultur- und Naturerbe Dachstein und der Strecke zeigte. Er wollte seinen neunten Rang aus dem Vorjahr bestätigen.

Italiener klare Favoriten
Doch zu den absoluten Favoriten zählten die Italiener. Coach und Präsident des neu gegründeten italienischen Verbandes Federazione Italiana Ciaspola, Alessandro Bertagnolli, war bereits im Vorjahr mit einer starken Delegation angereist. Der Veranstaltungsprofi, der mit der Ciaspolada die größte Schneeschuh-Veranstaltung weltweit (ca. 6.000 Starter) organisiert, zählte seine Top-Athleten Claudio Cassi und Antonio Santi zu den Favoriten.

Die amtierende Österreichische Meisterin, Manuela Winterauer (28) aus Bad Goisern hoffte vor dem Start nur, dass sie ins Ziel komme. Der amtierende Österreichische Meister, Josef Wachter, war dieses Jahr nicht mit dabei.

Cassi bereits zu Beginn an der Spitze
Punkt 13:00 Uhr wurde von der Bergstation der Hunerkogel-Seilbahn auf die 11 Kilometer (410 Höhenmeter) lange Strecke gestartet, die damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Kilometer länger war. Bereits von Beginn an setzten sich die Italiener an die Spitze. Nach etwa der Hälfte der Strecke führte Claudio Cassi vor Antonio Santi, und an diesem Bild sollte sich bis ins Ziel auch nichts mehr ändern. Bei den Damen führte zu dieser Zeit noch die Schweizerin Sandrine Schornoz vor Cristina Scolari.

Nach unglaublichen 53:38 Minuten ging Cassi als Sieger und neuer Weltmeister im Schneeschuhlauf durchs Ziel. Der Italiener in Top-Form wäre irrtümlicherweise beinahe noch eine Extrarunde gelaufen, doch die Streckenposten brachten den Ausreißer wieder auf den rechten Weg.

"Die Höhenlage von über 2.600 Meter wirkte sich aus, doch die Strecke war vom technischen Standpunkt ausgezeichnet", so der neue Weltmeister. Mit einem Abstand von knapp drei Minuten ging Antonio Santi (Italien) ins Ziel, Daniele Cappeletti (59:23 Minuten, Italien) wurde Dritter.

Auch Santi zeigte sich begeistert von der Strecke: "Der Kurs ist schön und zum Teil steil. Ich bin sehr froh über den zweiten Rang". Die Favoriten aus Italien setzten sich also ganz klar durch.

Scolari siegt bei den Damen
Noch vor dem ersten US-Läufer kam die beste Dame ins Ziel. Die Italienerin Cristina Scolari holte sich in der Zeit von 1:06:02 Stunden den Weltmeistertitel vor der Schweizerin Sandrine Schornoz (1:10:27 Stunden) und Laurie Lambert aus den USA (1:18:40 Stunden). Scolari freute sich sichtlich über den Weltmeistertitel: "Die Anstiege waren schwer. Ich bin froh, dass ich dennoch gewonnen habe".

Putz und Winterauer Österreichische Meister
Der 41-jährige Abtenauer Andreas Putz kam bei den Herren mit der Zeit von 1:17:14 Stunden als Gesamt-Neunter durchs Ziel und holte sich damit den Titel des Österreichischen Meisters. "Es war anstrengend, die Strecke war super, die Anstiege heftig", so der strahlende Sieger.

Manuela Winterauer (28) schaffte eine Zeit von 1:43:57 Stunden und bestätigte damit ihren Meistertitel. "Die im Vergleich zum Vorjahr verlängerte Strecke ist mir entgegengekommen, ich konnte mir das Rennen besser einteilen", so Winterauer.

Mit dabei war auch der 60-jährige Grazer Anton Hergouth. "Im vorigen Jahr habe ich einen Bericht über die Veranstaltung im Fernsehen gesehen. Da wollte ich auch einmal bei der Weltmeisterschaft mitlaufen", zeigt sich der Senior nach einer Laufzeit von 2:05:42 Stunden erstaunlich frisch. Er belegte in der Österreichischen Meisterschaft den zweiten Rang.

US-Team zufrieden mit ihrer Leistung
Aber auch US-Teamchef und Schneeschuh-Urgestein Mark Elmore war erfreut über die Leistung seiner vier Läufer: "Das Team hat sich gut geschlagen. Das Event verdient den Namen Dachstein Xtreme. Eine sehr gute Erfahrung für uns".

Teamchefs beraten über Weltcup
"Ein super internationales Rennen, super Stimmung und unglaubliche Leistungen der Athleten", so fasste Anette Jansen von Dachstein Xtreme Sponsor Atlas das Rennen zusammen.

Doch an diesem Tag wurden auch Pläne für die Zukunft geschmiedet. Die Teamchefs aus Italien, USA und Ilpo Haalisto aus Finnland fanden sich zusammen, um über einen möglichen Weltcup zu sprechen, denn den gibt es bisher noch nicht. Karl Posch, Veranstalter des ATLAS Dachstein Xtreme, Chef des ASTC (Österreichische Meisterschaft im Skibergsteigen) und Präsident des ASKIMO (Austrian Skimountaineering Organisation of Competitions) sah auch für Österreich eine Chance: "Österreich soll in einem zukünftigen Weltcup eine Rolle spielen". Damit würde auch der ständig wachsenden Zahl der Schneeschuhläufer Rechnung getragen.

Weitere Infos
www.snowshoe.at - Schneeschuhlauf in Österreich

Quelle
Martin Kimbacher
Pressemeldung vom 01.04.2007
www.astc.at