Katrin Sedlmayer, die amtierende deutsche Meisterin im Bouldern, wurde am 27. Dezember 1978 geboren und trainiert in der Sektion Bayerland auf die Weltmeisterschaft hin.

Alpenverein: Wann hast du mit dem Klettern angefangen und wie bist Du zu dieser Sportart gekommen?
Katrin Sedlmayer: Ich habe mit zehn Jahren mit dem Klettern begonnen, also 1989. Mein Vater, bis heute selbst ambitionierter Kletterer, hat mich die ersten Jahre mitgenommen.

Alpenverein: Als Sportkletterer muss man bis in den kleinsten Muskel trainiert sein. Was tust Du, um fit zu bleiben?
Katrin Sedlmayer: Ich glaube, die Frage ist nur sehr ausführlich zu beantworten, dass würde den Umfang hier sprengen...

Alpenverein: Bis zur Weltmeisterschaft sind es noch sieben Wochen. Wie bereitest Du Dich noch darauf vor?
Katrin Sedlmayer: Ich bouldere und klettere weiter wie bisher. Auf Grund einer Verletzung ist mein Trainingsumfang nicht besonders hoch und leider auch nicht steigerbar. Man könnte sagen, ich habe keine Wahl was die Vorbereitung angeht.

Alpenverein: Was waren für Dich Deine größten Erfolge beim Klettern?
Katrin Sedlmayer: Am Fels zahlreiche Begehungen von Routen im Schwierigkeitsbereich 8b (darunter eine 8b+) und einige onsihgts bis 8a. Im Wettkampf: Europameisterin 2000, Schwierigkeitsklettern Weltcupsiegern 2002, Schwierigkeitsklettern Deutsche Meisterin 2004, Bouldern.

Alpenverein: Welche Ziele hast Du beim Klettern? Was möchtest Du in Deinem Sport erreichen?
Katrin Sedlmayer: Vor allem möchte ich meinen Sport ein Leben lang ausüben können! Ich möchte in vielen verschiedenen Gebieten klettern und vielleicht eine 8c und ein paar (für mich) schwere Boulder schaffen, aber das alles ist nicht so wichtig....

Alpenverein: Was macht einen guten Kletterer aus? Katrin Sedlmayer: Man sagt, ein guter Kletterer bringt seine Kraft an den Fels, d.h. er bewegt sich ökonomisch und kommt in jedem Gelände zurecht.

Alpenverein: Welche Vorteile bringt Dir das Klettern im Alltag?
Katrin Sedlmayer: Ich kann sonst nirgends so abschalten. Alle alltäglichen Sachen beschäftigen einen nicht beim Klettern, weil man sich so auf das konzentrieren muss, was man gerade macht.

Alpenverein: Stell Dir vor, Du würdest nicht Klettern - welche Sportart wäre es dann für Dich geworden? Katrin Sedlmayer: Wahrscheinlich Kajak fahren.

Alpenverein: Was machst Du, wenn Du nicht kletterst - hast Du noch andere Hobbies?
Katrin Sedlmayer: Momentan hauptsächlich lernen. Ansonsten, wie gesagt, Kajak fahren, Tennis spielen und natürlich ausgehen.

Alpenverein: An was denkst Du, wenn Du in der Wand hängst?
Katrin Sedlmayer: An nichts außer an das, was ich gerade mache und das, was ich die nächsten Meter machen werde.

Alpenverein: Hast Du bestimmte Rituale bevor Du in die Wand steigst?
Katrin Sedlmayer: Ich ziehe immer meinen rechten Schuh zuerst an - wahrscheinlich, weil mein linker Fuß etwas größer ist.

Alpenverein: Hast Du Dich beim Klettern schon Mal schwer verletzt? Ändert dieses Erlebnis Deine Einstellung zum Klettern?
Katrin Sedlmayer: Letzen Herbst habe ich mir zwei Ringbänder gerissen und bin anschließend fast acht Monate nicht geklettert. Das hat sehr viel verändert, führt aber hier wohl auch etwas weit...

Alpenverein: Was ist Dein "höchstes" Ziel?
Katrin Sedlmayer: Mein Leben in einem ausgeglichen Verhältnis zwischen "geistiger Herausforderung", Klettern und sozialen Kontakten (später Familie) zu leben.

Alpenverein: Wo macht ein Kletterer Urlaub?
Katrin Sedlmayer: Leider fast ausschließlich da, wo es Felsen und Boulderblöcke gibt. Man müsste einfach dreimal soviel Zeit haben; andere Gegenden würden mich schon auch reizen.

Alpenverein: Klettern ist ein Sport für abenteuerhungrige Männer, die im Sonnenuntergang halbnackt an endlos hohen Felswänden hangeln. Was hältst Du von diesem Klischee?
Katrin Sedlmayer: Klettern ist zum einen ein ernstzunehmender Leistungssport und zum andern eine Lebenseinstellung, hat also mit diesem Klischee wenig zu tun.

Stand: 25.05.05