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Mehrtageswanderungen im Allgäu: Drei Touren für sportliche Genießer

7. März 2018 | Bergleben | Erika Spengler

News Regionen: Allgäu, Bayern, Deutschland

Hochvogel - ©Erika Spengler

Hochvogel

Copyright: Erika Spengler

Das Allgäu bietet für sportliche Wanderer und Bergsteiger zahlreiche Touren. Allgäu-Local Erika Spenger vom Blog "Ulligunde" stellt auf Bergleben drei interessante Mehrtageswandertouren in der Region vor!


Nagelfluhkette: Sedererstuiben - ©Erika Spengler

Nagelfluhkette: Sedererstuiben

Copyright: Erika Spengler

Entlang der Nagelfluhkette: Zwei Tage auf der spannenden Voralpen-Bergkette

 

Die Nagelfluhkette im gleichnamigen Naturpark mag auf der Karte unspektakulär und niedrig wirken – an Abwechslungsreichtum mangelt es ihr aber keinesfalls, denn das spezielle Gestein aus Nagelfluh-Konglomerat schafft ungewöhnliche Formen wie Türme, plötzliche Abbrüche und markante Rinnen. Wir aber wandern „einfach“ auf dem Grat entlang, wobei das ein oder andere Stahlseil durchaus einmal gegriffen werden möchte. Wer seinen Mut testen will, der wählt die 17 Meter lange Leiter am Steineberg – für alle anderen gibt es eine Umgehung.

Wegverlauf:

Wir starten in Immenstadt und steigen entweder zu Fuß oder mit Hilfe der Bergbahn hinauf zum Mittaggipfel. Bereits hier liegt das Illertal weit unter uns und der Blick reicht bis nach Kempten und das Vorland hinaus. Über das Bärenköpfle geht es immer steiler in Richtung Steineberg, wo wir entweder die Leiter direkt zum Gipfelkreuz wählen können oder an dem imposanten Abbruch auf breitem Wege queren können. Über seilversicherte, abschüssige Felspassagen geht es kurz hinab und wenig später wieder aufwärts zum Stuiben. Das letzte Stück ist abermals mit Stahlseilen versichert. Eine Panorama-Karte benennt alle umliegenden Gipfel, Tisch und Bänke locken uns zum Durchatmen, denn das waren die letzten ausgesetzten Passagen.

Weiter geht es über den nicht minder schönen Sedererstuiben und anschließend in ständigem Bergauf und Bergab über den Buralpkopf bis hin zum Rindalphorn, dem wohl markantesten Gipfel des Tages. Wir genießen eine phänomenale Aussicht, bevor es zum letzten Streich geht: Noch einmal hinab und wieder hinauf, dann erreichen wir den Hochgrat mit seiner nahegelegenen Hütte. Hier nun können wir den Tag ausklingen lassen, die Landschaft auf der Terrasse genießen und den Sonnenuntergang bestaunen.

Der Weiterweg ist dann Geschmackssache: Entweder wir steigen hinab nach Steibis und beenden dort die Tour. Oder wir vollenden den Grat noch und wandern über Seelekopf, Falken und Hochhäderich bis hinab nach Hittisau, wo uns der Bus über den Riedbergpass nach Fischen bringt. Von dort gelangen wir per Zug entweder zum Ausgangspunkt oder direkt bis nach Hause.

Quickfacts:

Dauer: 2 Tage

Höhenmeter: 2700 hm

Kilometer: 30 km

Anspruch: teilweise etwas ausgesetzte Passagen

Übernachtung: Staufner Haus, Hochgrat

Link zur Tour: http://www.outdooractive.com/de/trailrunning/allgaeu/nagelfluhkette-komplett-immenstadt-hittisau/101103617/

 

 

Landsberger Hütte - ©Erika Spengler

Landsberger Hütte

Copyright: Erika Spengler

 

Zu Füßen der ganz Großen: Vom Nebelhorn ins Tannheimer Tal

Inmitten des Naturschutzgebiets Allgäuer Hochalpen können wir auf unserer dreitägigen Tour alle markanten Gipfel des Allgäus bewundern – und teilweise gar besteigen!

Auf unserer Tour vom Nebelhorn ins Tannheimer Tal sehen wir alle großen Gipfel des Allgäus, ohne auf allzu anspruchsvollen Wegen unterwegs zu sein. Bei Schlamm können jedoch einige Passagen etwas ungemütlich werden.

Wegverlauf:

Wir beginnen unsere Tour am Bahnhof in Oberstdorf und können je nach Kondition entweder die Bahn auf das Nebelhorn wählen oder aber den Fußaufstieg. Da dieser zu weiten Teilen jedoch auf Teer verläuft, bietet sich die Bahn an. Auf diese Weise bleibt für konditionsstarke Wanderer auch noch die Möglichkeit, den formschönen Schneck mit seinem anspruchsvollen Verbindungsgrat oder gar den Großen Wilden über den Nordgrat zu besteigen.

Zunächst führt uns aber der Weg entlang der Seeköpfe und dem Schochen bis hin zum steilen Laufbacher Eck. Der Blick reicht auf diesem Abschnitt auf die wunderschöne Höfats – eines der Wahrzeichen des Allgäus -, zum kurios geformten Schneck und natürlich sehen wir auch das Allgäuer Dreigestirn aus Trettach, Mädelegabel und Hochfrottspitze. Am Laufbacher Eck wechseln wir auf die andere Seite des Grates und sehen sofort den markanten Hochvogel vor uns. Wir wandern unterhalb des Schnecks und des Großen Wilden bis zum Prinz Luitpold Haus. Der Südgipfel des Schneck ist einfach zu besteigen, der kurze Verbindungsgrat (nur wenige Meter lang) benötigt absolute Schwindelfreiheit und wird von vielen nur in Reiterposition überwunden. Der Nordgrat zum Großen Wilden hingegen erfordert seilfreie Kletterei im zweiten UIAA-Grad und muss auch wieder abgeklettert werden. Wer einen weiteren Tag auf dem Prinz Luitpold Haus einlegt, kann die Besteigung des Hochvogels in Betracht ziehen!

Am nächsten Tag führt unser Weg vom Prinz Luitpold Haus nach Norden in Richtung Schrecksee. Er liegt malerisch inmitten dieser herrlichen Berglandschaft und wird die meisten zu einer Pause verlocken. Weiter geht es teilweise drahtseilversichert in Richtung Landsberger Hütte – unser Tagesziel für heute.

Auf der letzten Etappe haben wir die Wahl, entweder direkt ins Tal abzusteigen und dem schönen Vilsalpsee noch einen Besuch abzustatten oder aber weiterhin im Gebirge zu wandern. Entscheiden wir uns für die zweite Variante, führt unser Weg über die Schochenspitze und mit möglichem Abstecher zur Sulzspitze bis zur Gipfelstation der Neunerkopfbahn. Diese bringt uns gelenkschonend zurück ins Tal, von wo wir mit dem Bus oder per Anhalter zurück zum Zug gelangen.

Dauer: 2-3 Tage

Höhenmeter: 2700 hm

Kilometer: 37 km

Anspruch: teilweise etwas ausgesetzte Passagen, Abstieg über Geröllfeld, bei Nässe rutschige Wege

Übernachtung: Prinz Luitpold Haus, Landsberger Hütte

Link zur Tour: http://www.outdooractive.com/de/bergtour/allgaeu/von-oberstdorf-nach-tannheim-quer-durch-das-allgaeu/100635259/

 

Traumhaft gelegen: Die Rappenseehütte - ©Erika Spengler

Traumhaft gelegen: Die Rappenseehütte

Copyright: Erika Spengler

 

Der Heilbronner Weg: Schönster Mehrtagesweg Deutschlands?

Entlang des schroffen Allgäuer Hauptkamms führt der Heilbronner Weg auf gut markierten Pfaden zu den höchsten und markantesten Gipfeln der Region.

Er ist vielseitig und berühmt! Der Heilbronner Weg begeistert allein schon durch seine hochalpine Landschaft, die ausgesetzten Passagen und die herausragenden  Weitblicke. Aber auch die Steinböcke, die man auf dieser Tour häufig sieht, ziehen viele Besucher an. Der Heilbronner Weg erfordert absolute Trittsicherheit und alpine Erfahrung, denn ein Wetterumschwung in dieser Höhe kann durchaus gefährlich werden. Wer der Tour jedoch gewachsen ist, wird mit einem unvergesslichen Erlebnis belohnt.

Der erste Tag dient vorwiegend als Hüttenzustieg zur Rappenseehütte, ist aber sicher nicht langweilig. Wir starten vom Bahnof in Oberstdorf und gelangen per Bus in 20 Minuten nach Birgsau, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Durch das malerische Einödsbach geht es zur wunderschön gelegenen Einzianhütte und weiter zur Rappenseehütte. Wer lieber etwas bodenständiger und im „kleinen Kreis“ nächtigt, kann auch schon an der Enzianhütte einkehren, muss dann aber am nächsten Morgen 300 Höhenmeter extra einplanen.

Der zweite Tag ist unsere Königsetappe. Zunächst geht es entlang von Stahlseilen hinauf auf den Grat (Abstecher zum Hohen Licht für konditionsstarke Wanderer empfehlenswert!) und dort zur berühmten, luftigen Brücke. Der Blick von hier ist einmalig. Teilweise drahtseilversichert folgen wir dem Weg vorbei am einzigen „Gletscher“ des Allgäus – oder viel mehr dem, was noch davon übrig ist.  Unterhalb des Wilden Mannes gibt es einen direkten Weg durch das hintere Bockkar zum Waltenberger Haus (wird neu erbaut, aktuellen Status bei der Hütte erfragen!) und hinab ins Tal. Wir aber folgen dem Weg in Richtung Bockkarkopf und weiter zur Mädelegabel, die wir mit Trittsicherheit und genügend Zeitreserven noch besteigen können.

Noch haben wir aber noch einen weiten Weg vor uns: Wir wandern unterhalb des zerklüfteten Kratzers weiter, bis wir ein weiteres Mal die Gratseite wechseln und zur Kemptner Hütte absteigen.

Wer möchte kann nun am nächsten Tag direkt wieder hinab nach Oberstdorf absteigen. Sollte jedoch noch Zeit und Kraft übrig sein, bietet sich der Weiterweg in Richtung Kreuzeck und Raueck an. Von diesen Gipfel haben wir einen sensationellen Blick auf die wunderschöne Höfats – einen der markantesten Gipfel des Allgäus. Nach einer verdienten Pause steigen wir hinab an den Älpelesattel und können und entweder zur Dietersbachalpe wandern (keine Übernachtungsmöglichkeit), wobei der Weg dann hinaus nach Oberstdorf recht langatmig wird. Besser ist der Abstieg zur Käseralpe (Einkehr auf der schönen Terrasse mit Blick auf die Höfats!) und weiter zum Oytal-Haus, wo wir gegen eine geringe Gebühr Roller ausleihen können, die den Rückweg ins Tal deutlich erleichtert.

Wer möchte, kann auch vom Raueck direkt zum Schneck queren und die Wanderung mit Tour 2 kombinieren. Alternativ kann die Tour auch noch mit dem Mindelheimer Klettersteig kombiniert werden und/oder in anderer Richtung gewandert werden.

Dauer: 3 Tage

Höhenmeter: 2600 hm

Kilometer: 32 km

Anspruch: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sowie Erfahrung im alpinen Gelände.

Übernachtung: Enzianhütte/Rappenseehütte, Kemptener Hütte

Link zur Tour: http://www.outdooractive.com/de/bergtour/allgaeu/von-oberstdorf-ueber-den-heilbronner-weg-in-drei-tagen/14380429/

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