Nachtwanderung, aber sicher!

12. Dezember 2017 | Bergleben.de

Mystische nächtliche Stimmung im Wald

Mystische nächtliche Stimmung im Wald

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Wandern ist ein absoluter Trendsport geworden, den viele Menschen wenigstens ab und zu ausüben. Bewegung und frische Luft, eine enge Verbindung zur Natur, Erholung und Entspannung warten auf den Wanderer, der sein Bündel und seine Stiefel schnürt und sich auf den Weg macht. Eine ganz spezielle Faszination geht von einer Nachtwanderung aus. Sie ermöglicht es, die Umwelt ganz anders erkunden und erleben zu können. Wir haben wichtige Tipps für nächtliche Touren gesammelt.

 

Ob herausfordernde Touren durchs Gebirge oder einfach eine besonders schöne Landschaft, wer wandert, erlebt die Umgebung mit allen Sinnen und ist eng mit der Natur verbunden. Doch welche Reize hat eine nächtliche Landschaft zu bieten? Für viele Menschen mag es ein ungewöhnlicher Gedanke sein, zu nächtlicher Stunde eine Wanderung zu unternehmen, doch es handelt sich um ein außergewöhnliches und unvergessliches Erlebnis, das aber einiger Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung bedarf.

 

Warum eine Nachtwanderung?

Wer nachts unterwegs ist, dessen Sinne sind geschärft. Die ungewöhnliche Situation versetzt den Körper in Spannung, die ganze Situation hat etwas Geheimnisvolles an sich. Wer das Glück hatte, in seiner Kindheit eine Nachtwanderung zu erleben, fühlt sich direkt wieder in diese Zeit versetzt. Eine Wanderung in der Nacht bietet einen völlig anderen Zugang zur Natur, die sich den Sinnen auf andere Weise erschließt. Wer bei wolkenlosem Himmel und abseits von städtischer Lichtverschmutzung wandert, wird durch einzigartige Eindrücke des leuchtenden Sternenhimmels belohnt.

Für eine Nachtwanderung muss die richtige Ausrüstung gepackt und die passende Planung erstellt werden – Vorbereitung ist alles! Dann ist eine Nachtwanderung ebenso sicher wie das Wandern bei Tage.

 

Der richtige Ort zum Nachtwandern

Mit der Wahl der perfekten Route ist der erste Schritt zu einer sicheren Nachtwanderung schon getan. Natürlich sollte der Weg, der zu nächtlicher Stunde bewältigt werden soll, weder zu schmal, noch abschüssig oder in einem Feuchtgebiet gelegen sein. Auch wenn man tagsüber die Herausforderung nicht scheut, nachts darf der Weg zum Wandern ruhig breit und befestigt sein. Dann ist man auf der sicheren Seite. Plant man eine Nachtwanderung in den Bergen, ist die Wahl einer leichten Route besonders wichtig.

Es ist ratsam, die geplante Nachttour schon einmal am Tage bewältigt zu habe. So wird man von eventuellen Hindernissen und Gefahren nicht überrascht. Je besser man die Strecke kennt, umso mehr kann man sich auf die nächtlichen Eindrücke, die Geräusche der Tierwelt und den Blick in den Sternenhimmel einlassen.

 

Welche Orte sollte man besser meiden?

Das Wandern in einem Naturschutzgebiet sollte man unterlassen, um die Tiere nicht unnötig zu stören. Viele Tiere sind nachtaktiv, auch solche, die dem Menschen gefährlich werden können. Rücksicht ist hier angebracht. Zudem sollten Jagdgebiete gemieden werden, um Unfälle zu vermeiden. Wer auf Nummer sicher gehen will, informiert sich vor der Wanderung ausführlich über das entsprechende Gebiet und dessen Bewohner.

 

Wann sollte eine Nachtwanderung stattfinden?

Bei der passenden Jahreszeit für eine Nachtwanderung gibt es kaum Einschränkungen, auch wenn niemand gerne im Schneesturm oder bei strömendem Regen unterwegs ist – das gilt jedoch ebenso für den Tag. Was die Uhrzeit betrifft, so gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder startet man in der Dämmerung oder in den frühen Morgenstunden, sodass man in den Genuss eines Sonnenaufgangs kommt. Wer bei Vollmond nachtwandert, kann auf eine zusätzliche Lichtquelle verzichten.

Berchtesgaden bei Nacht

Berchtesgaden bei Nacht

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Die passende Ausrüstung für eine Nachtwanderung

Es gibt einige Dinge, die sollte man unbedingt einpacken, wenn man nachts auf eine Wanderung geht:

  • Hochwertige Schuhe sind ein Muss. Sie sollten die Knöchel stützen und genügend Platz für dicke Socken bieten.
  • Auch wenn die Sonne nachts nicht brennt, sollte man einen Liter Wasser mit sich führen und auf die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Eine Lichtquelle ist unverzichtbar. Am besten wählt man ein Licht, das leicht an und auszuschalten geht und mit einer Hand bedient werden kann. Handys oder Feuerzeuge sind nicht empfehlenswert, eine Taschenlampe oder Kopflampe ist die bessere Wahl.
  • Warme Kleidung im Rucksack schützt vor Unterkühlung. Auch in der warmen Jahreszeit kann es nachts empfindlich kühl werden, gerade dann, wenn der Himmel schön klar ist.
  • Ein Handy oder GPS gehört auf jeden Fall in den Rucksack, ebenso ein Werkzeug wie ein Taschenmesser.

 

Sicherheit geht vor

Die passende Ausrüstung dient nur dem Zweck, die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Dennoch gibt es gerade bei einer Nachtwanderung zusätzliche Tipps. So sollte man nicht alleine wandern, sondern sich lieber in der Gruppe bewegen. Nicht nur, dass man das einmalige Erlebnis des nächtlichen Wanderns mit lieben Menschen teilen kann, die Gruppe gibt auch Sicherheit, sie hält eventuelle Räuber und Tiere fern. Man fühlt sich auch einfach besser, wenn man nachts nicht allein unterwegs ist.

Auf jeden Fall sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Das verhindert, dass man den Zauber der Natur nicht mehr wahrnimmt und bewahrt auch vor dem Stolpern oder vor schweren Stürzen. In der Ruhe liegt die Kraft, das gilt besonders in der Nacht. Man kann für eine gewohnte Strecke ruhig rund ein Drittel mehr Zeit einplanen.

Allgemein gilt: Je öfter Wanderungen begangen werden, umso eher kann sich eine zusätzliche Unfallversicherung rechnen – denn diese kommen auch oft für Bergungskosten auf, wenn ein Unglück bei der Wanderung geschieht. Diese Art von Absicherung macht unabhängig von der Tageszeit, zu der gewandert, wird Sinn.

Wer empfindlich oder sogar allergisch auf Insektenstiche reagiert, sollte ein entsprechendes Mittel bei sich tragen. Insekten sind häufig in der Nacht unterwegs und können die Freude an der Nachtwanderung durchaus verleiden.

 

So gerüstet, steht dem nächtlichen Wandern nichts mehr im Weg. Mit einer guten Planung und der richtigen Ausrüstung kann man eines der wenigen Abenteuer erleben, die direkt vor der eigenen Haustür liegen und so einfach zu erreichen sind.

 

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